Finn Fledermaus und die natürliche Dunkelheit
Tauche ein in die Nacht und erlebe die Welt unserer nachtaktiven Tiere
Hi, ich bin Finn Fledermaus und begleite euch durch die natürliche Dunkelheit – nunja, zumindest da, wo sie noch zu finden ist.
Hi, ich bin Alina, Autorin, Umweltreferentin und Redakteurin. Tauche ab in die Welt der nachtaktiven Tiere.
Wenn die Nacht lebendig wird: Fledermäuse und ihre geheimnisvolle Welt
Wenn die Sonne am Abend langsam hinter den Bäumen verschwindet, die letzten Vögel ihre Schlafplätze aufsuchen und die Dämmerung den Tag ablöst, erwachen viele Tiere. Igel gehen auf Nahrungssuche, Nachtfalter schwirren durch die Luft und Fledermäuse starten zu ihren nächtlichen Jagdflügen.
Doch was passiert eigentlich, wenn es dunkel wird? Wie finden sich Tiere in der Nacht zurecht? Und warum ist die Dunkelheit für sie so wichtig?
Fledermäuse – die Flugkünstler der Nacht
Fledermäuse gehören zu den faszinierendsten Säugetieren unserer heimischen Tierwelt. In Deutschland leben rund 25 verschiedene Fledermausarten. Weltweit sind mehr als 1.400 Arten bekannt. Sie unterscheiden sich in ihrer Größe, ihren Lebensräumen, ihrer Nahrung und ihrem Jagdverhalten.
Eine ihrer bemerkenswertesten Eigenschaften: Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Ihre Vordergliedmaßen sind zu Flügeln umgebildet, zwischen deren verlängerten Fingern sich eine dünne Flughaut spannt.
Auch bei der Orientierung haben sie eine besondere Fähigkeit entwickelt. Viele Arten nutzen die sogenannte Echoortung. Sie stoßen für uns meist unhörbare Ultraschalllaute aus und nehmen das Echo wahr, das von Gegenständen, Hindernissen und Beutetieren zurückgeworfen wird. Auf diese Weise können sie sich selbst in völliger Dunkelheit orientieren und winzige Insekten aufspüren.
Dabei sind Fledermäuse gar nicht blind. Sie können sehen, nutzen aber je nach Art und Situation zusätzlich ihre Echoortung, um sich in der Nacht zurechtzufinden.
Wusstest du, dass sich der Ruf jeder Fledermausart anders anhört? Im Flug lassen sie sich nicht so leicht identifizieren, mithilfe eines Bat-Detektors aber schon.
Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Insekten. Welche Beute bevorzugt wird, hängt von der jeweiligen Art ab. Während manche Fledermäuse im freien Luftraum jagen, suchen andere zwischen Baumkronen, entlang von Hecken oder dicht über Gewässern nach Nahrung.
Nicht alle Fledermäuse beginnen ihren Jagdflug zur gleichen Zeit. Manche Arten werden bereits aktiv, wenn es noch dämmert. Andere warten, bis es richtig dunkel wird.
Der Große Abendsegler zum Beispiel kann bereits früh am Abend beobachtet werden. Auch die Zwergfledermaus ist oft in der Dämmerung unterwegs und lässt sich mit etwas Glück in Parks, Gärten oder entlang von Straßen beobachten.
Das Braune Langohr, so wie unser Finn Fledermaus, hingegen ist deutlich zurückhaltender: Es verlässt sein Quartier meist erst in der späten Dämmerung oder bei völliger Dunkelheit.
Die Ausflugzeiten können sich überschneiden. Auch Wetter, Temperatur, Jahreszeit, Helligkeit und das jeweilige Quartier spielen eine Rolle. Wer Fledermäuse beobachten möchte, sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass eine bestimmte Art jeden Abend zu einer festen Uhrzeit erscheint.
Finn Fledermaus: Ein Braunes Langohr als Buchfigur
Schon sein Aussehen verrät, woher sein Name kommt: Seine Ohren sind außergewöhnlich lang und sind fast so lang wie sein Körper. Doch die großen Ohren sind nicht nur ein auffälliges Merkmal. Sie helfen dem Tier dabei, Geräusche wahrzunehmen und Beute aufzuspüren.
Braune Langohren sind außerdem ausgesprochen leise Jäger. Ihre Echoortungsrufe sind vergleichsweise leise, weshalb sie mit einem üblichen Fledermausdetektor nicht immer leicht zu „hören“ sind.
Tagsüber ruhen sie in geschützten Quartieren. Im Winter ziehen sie sich in geeignete, frostfreie Verstecke zurück. Während dieser Zeit benötigen sie Ruhe, denn jede Störung kann wertvolle Energiereserven kosten.

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Wenn die Dunkelheit verschwindet
Für viele Menschen bedeutet Licht Sicherheit und Orientierung. Doch künstliche Beleuchtung verändert auch den Lebensraum nachtaktiver Tiere.
Fledermäuse reagieren unterschiedlich auf Licht. Einige Arten jagen an beleuchteten Stellen, weil sich dort Insekten sammeln. Andere meiden diese Bereiche und können dadurch wichtige Flugwege zwischen ihren Quartieren und Jagdgebieten verlieren.
Das Braune Langohr gehört zu den Arten, die besonders lichtempfindlich sind und bevorzugt in dunklen, strukturreichen Lebensräumen jagen. Werden Hecken, Baumreihen oder Wege stark beleuchtet, können wichtige Verbindungen zwischen Quartier und Jagdgebiet beeinträchtigt werden.
Auch andere Tiere leiden unter zu viel künstlichem Licht. Der Nachtfalter zum Beispiel orientiert sich mit dem Rücken-Reflex am Mond und den Sternen. Durch viele Lichtquellen versucht er immer wieder den Rücken zum Licht zu wenden. werden von Lichtquellen angezogen, verlieren Zeit für die Nahrungssuche oder geraten leichter in Gefahr. Für nachtaktive Tiere ist Dunkelheit daher nicht einfach die Abwesenheit von Licht. Sie ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebensraums.
Was können wir tun? Generell gilt: So viel Licht wie nötig, aber so wenig wie möglich! Licht sollte möglichst nur dort eingesetzt werden, wo es wirklich gebraucht wird. Bewegungsmelder, abgeschirmte Leuchten, kurze Beleuchtungszeiten und eine geringe Lichtintensität helfen, die nächtliche Umwelt zu schonen.
So können wir dafür sorgen, dass die Nacht auch weiterhin ein Ort bleibt, an dem Fledermäuse und andere Tiere ungestört leben können.
Nachtaktive Tiere entdecken – auch im Unterricht
Die Welt der nachtaktiven Tiere eignet sich hervorragend, um Kinder für die Natur zu begeistern. Viele dieser Tiere bekommen wir nur selten zu Gesicht. Umso größer ist die Neugier, wenn Kinder erfahren, welche Fähigkeiten sie besitzen und wie sie sich in der Dunkelheit orientieren.
Dabei muss es nicht immer eine nächtliche Exkursion sein. Schon im Klassenraum lassen sich spannende Fragen untersuchen.
Mögliche Themen für Unterricht und Projektarbeit:
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Sinne und Orientierung: Wie orientieren sich Fledermäuse, Igel, Füchse oder Eulen? Welche Rolle spielen Hören, Riechen, Sehen und Echoortung?
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Lebensräume: Wo schlafen und jagen nachtaktive Tiere? Welche Bedeutung haben Hecken, alte Bäume, Höhlen und unbeleuchtete Bereiche?
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Nahrungsketten: Was fressen Fledermäuse, Igel und Nachtfalter? Wie hängen verschiedene Tierarten miteinander zusammen?
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Lichtverschmutzung: Welche Folgen hat künstliches Licht? Wie könnte ein tierfreundlicher Schulhof oder Park aussehen?
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Artenschutz im Alltag: Was können Kinder und Erwachsene tun, um nachtaktive Tiere zu schützen?
Ein kleines Experiment zur Echoortung lässt sich beispielsweise mit Klatschen in einem Raum durchführen: Die Kinder achten darauf, wie sich Geräusche in verschiedenen Umgebungen anhören und zurückgeworfen werden. Dabei lässt sich erklären, wie Fledermäuse Echos nutzen – mit dem wichtigen Hinweis, dass menschliches Hören und die Ultraschall-Echoortung der Tiere nicht dasselbe sind.
Auch ein Vergleich verschiedener Lebensräume bietet sich an: Wo gibt es viele Verstecke, wo genügend Nahrung und wo störendes Licht? Die Kinder können einen tierfreundlichen Lebensraum zeichnen und überlegen, wie sich dieser verbessern ließe.
Eine Rallye durch die Nacht
Wie wäre es, die Welt der Nacht bei einer Rallye zu entdecken? Statt Wissen nur zu lesen, können Kinder selbst rätseln, beobachten, vergleichen und kleine Aufgaben lösen. Das muss gar nicht im Schulumfeld passieren, sondern kann beispielsweise mit den Eltern, Großeltern, Verwandten oder anderen erlebt werden.
An verschiedenen Stationen lernen sie nachtaktive Tiere kennen, untersuchen ihre Sinne und erfahren, warum Dunkelheit geschützt werden sollte.
Besonders spannend wird eine solche Rallye, wenn die Kinder am Ende selbst zu kleinen Nachtexpertinnen und Nachtexperten werden: Sie entwickeln Ideen, wie sich ein Park, ein Schulgarten oder das eigene Wohnumfeld nachts tierfreundlicher gestalten lässt.
Wichtig: Bei Ausführung der Rallye trotzdem auf wichtige Naturregeln achten wie Tiere nicht aufzuschrecken oder ihre Quartiere zu stören.
Mit Finn Fledermaus die Natur entdecken
Kinder lernen besonders anschaulich mit Geschichten. Deshalb nimmt Finn Fledermaus Kinder mit auf eine spannende Reise durch die Nacht und die Welt der nachtaktiven Tiere.
Gemeinsam entdecken sie:
Die Geschichte verbindet spannende Abenteuer mit leicht verständlichem Sachwissen und macht komplexe Naturthemen für Kinder greifbar.
Meine interaktiven Erlebnis-Lesungen verbinden Vorlesen und Umweltbildung miteinander.





